Basel plant eine wichtige Netzergänzung für den öffentlichen Verkehr. Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat Ausgaben von rund 2,8 Millionen Franken für einen neuen Tramabzweiger an der Kreuzung Güterstrasse/Margarethenstrasse. Dieses Projekt soll die Flexibilität des Basler Tramnetzes deutlich erhöhen und künftige Streckenunterbrüche besser abfedern.
Wichtige Punkte
- Neuer Tramabzweiger an Güter-/Margarethenstrasse geplant.
- Kosten belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Franken.
- Verbesserte Umleitungsmöglichkeiten für Trams.
- Gundeli und Binningen bleiben bei Unterbrüchen besser erschlossen.
- Haltestelle IWB Margarethenstrasse (Fahrtrichtung Norden) könnte bis zur neuen Margarethenbrücke erhalten bleiben.
- Inbetriebnahme voraussichtlich Ende 2028.
Notwendigkeit nach Brückensperrung deutlich
Die Notwendigkeit einer solchen Gleisverbindung wurde im vergangenen Jahr besonders deutlich. Während der Sperrung der Margarethenbrücke durch die SBB von Ende Juni 2023 bis Mitte März 2024 fehlte eine direkte Abbiegemöglichkeit. Trams, die von der Güterstrasse kamen, konnten nicht nach links in die Margarethenstrasse Richtung Binningen abbiegen. Auch in der Gegenrichtung gab es keine entsprechende Verbindung.
Diese fehlende Infrastruktur führte dazu, dass das Quartier Gundeli und Fahrgäste aus Binningen monatelang auf wichtige Tramverbindungen verzichten mussten. Die Situation zeigte die Schwachstellen im bestehenden Netz auf und machte deutlich, wie wichtig eine flexiblere Gestaltung ist.
Faktencheck
- Kosten: 2,795 Millionen Franken
- Bauzeit: Geplante Inbetriebnahme Ende 2028
- Umfang: Vier Weichen und zwei Gleisbögen
- Betroffene Haltestelle: IWB in der Margarethenstrasse (wird verlegt oder entfällt)
Technische Details und Vorteile des Abzweigers
Der geplante Tramabzweiger umfasst vier Weichen und zwei Gleisbögen. Diese Erweiterung macht den Knotenpunkt Güterstrasse/Margarethenstrasse für Trams in alle Richtungen befahrbar. Das Projekt ist zudem auf alle zukünftigen Vorhaben rund um den Bahnhof Basel SBB abgestimmt, was eine langfristige Planungssicherheit gewährleistet.
Ein wesentlicher Vorteil des neuen Abzweigers ist die erhöhte Flexibilität. Bei Streckenunterbrüchen im Bereich der Margarethenbrücke können die Verkehrsbetriebe künftig besser mit Umleitungen und Kursanpassungen reagieren. Dies stellt sicher, dass sowohl das Gundeli als auch Binningen auch bei geplanten oder ungeplanten Einschränkungen weiterhin gut an das Tramnetz angebunden bleiben.
Die Realisierung dieses Tramabzweigers ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Resilienz unseres öffentlichen Verkehrsnetzes. Wir lernen aus den Erfahrungen der Vergangenheit und schaffen eine zukunftssichere Lösung für Basel.
Auswirkungen auf die Haltestelle IWB
Die Realisierung des Tramabzweigers hat auch Auswirkungen auf die Tramhaltestelle IWB in der Margarethenstrasse. Gemäss gesetzlichen Vorgaben des Bundes müsste diese Haltestelle entfallen. Eine Einhaltung der Vorschriften wäre nur mit grossem baulichen Aufwand und einer kompletten Umgestaltung des Knotens möglich, was erhebliche Nachteile für den Velo- und Fussverkehr mit sich brächte.
Die Tramlinien 16 und 12, die ihre Haltestelle IWB in der Güterstrasse haben, sind von dieser Änderung nicht betroffen. Im Rahmen des Bauprojekts wird jedoch geprüft, ob mindestens eine Haltekante der Haltestelle IWB in der Margarethenstrasse (Fahrtrichtung Norden) vorübergehend bestehen bleiben kann. Dies wäre eine Ausnahmeregelung bis zur Inbetriebnahme der neuen Margarethenbrücke und des Perronzugangs Margarethen, wo die Trams ohnehin halten werden.
Hintergrundinformationen
Die Idee einer solchen Weiche ist nicht neu. Schon während der Margarethenbrücken-Sperrung im Jahr 2023 wurde der Ruf nach einer schnelleren Lösung laut. Damals scheiterten schnelle Umsetzungen an langen Lieferfristen für Weichen und langwierigen Bewilligungsverfahren des Bundes. Auch eine Alternative mit einem Gleisbogen ohne Weiche wurde aus Termingründen verworfen. Nun wird eine umfassende Lösung angestrebt, die langfristig Bestand hat.
Parlamentarische Beratung und Zeitplan
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat Ausgaben von 2,795 Millionen Franken für dieses Bauvorhaben. Die geplante Inbetriebnahme ist für Ende 2028 vorgesehen. Dieser Zeitplan hängt jedoch von der Dauer der parlamentarischen Beratung und des Bewilligungsprozesses ab.
Das Vorhaben entspricht zudem einer Forderung aus einem Anzug von Beat Leuthardt und Konsorten, der ein «nachhaltigeres und flexibleres Basler Tramnetz (Mehr Netznutzen bei Umleitungen dank Weichen)» verlangte. Mit dem neuen Abzweiger wird dieses Ziel nun verfolgt, um die Funktionalität des Basler Tramnetzes langfristig zu sichern.
- Vorteil für Pendler: Weniger Unterbrüche und flexiblere Routen bei Störungen.
- Vorteil für das Netz: Erhöhte Effizienz und Anpassungsfähigkeit.
- Politische Unterstützung: Entspricht bestehenden Forderungen nach Netzoptimierung.





