Die Lindenhofgruppe, eine der führenden privaten Spitalgruppen der Schweiz, hat umfassende Lohnmassnahmen für das Jahr 2026 beschlossen. Gleichzeitig kündigt sie eine Neuausrichtung ihres stationären Leistungsangebots an, um den Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Wirtschaftlichkeit zu begegnen.
Wichtige Punkte
- Die Lohnsumme der Lindenhofgruppe steigt um 1% ab 2026.
- Stationäre Angebote und Physiotherapie des Engeriedspitals werden verlagert.
- Standorte Lindenhof und Sonnenhof übernehmen stationäre Leistungen.
- Ambulante Radiologie bleibt am Engeriedspital erhalten.
- Massnahmen sollen Attraktivität als Arbeitgeberin sichern.
Lohnanpassungen stärken Arbeitgeberattraktivität
Ab dem Jahr 2026 wird die Lindenhofgruppe ihre Lohnsumme um insgesamt 1 Prozent erhöhen. Diese Entscheidung ist Teil einer Strategie, die darauf abzielt, die Position der Gruppe als attraktive Arbeitgeberin im Schweizer Gesundheitswesen weiter auszubauen und zu festigen. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in der Branche sind solche Massnahmen entscheidend.
Die Anpassung der Löhne ist eine direkte Reaktion auf die aktuellen Marktanforderungen. Sie soll nicht nur bestehendes Personal halten, sondern auch neue Talente anziehen. Das Gesundheitswesen ist stark vom Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte betroffen, insbesondere in spezialisierten Bereichen wie der Pflege und der Notfallmedizin.
Faktencheck: Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel im Schweizer Gesundheitswesen ist ein bekanntes Problem. Laut Studien fehlen Tausende von Pflegefachkräften. Eine attraktive Entlöhnung und gute Arbeitsbedingungen sind daher essenziell für Spitäler.
Neuausrichtung des Leistungsangebots
Neben den Lohnanpassungen hat die Lindenhofgruppe auch eine strategische Verlagerung ihres stationären Angebots bekannt gegeben. Ab Dezember 2025 werden die stationären Leistungen und die Physiotherapie, die bisher am Engeriedspital angeboten wurden, an die Standorte Lindenhof und Sonnenhof verlagert.
Diese Umstrukturierung ist eine direkte Folge verschiedener Faktoren. Dazu gehören der bereits erwähnte Fachkräftemangel, die Notwendigkeit zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und neue regulatorische Vorgaben im Gesundheitswesen. Die Lindenhofgruppe passt sich damit an ein sich wandelndes Umfeld an.
Engeriedspital fokussiert auf ambulante Radiologie
Das Engeriedspital wird trotz dieser Verlagerungen weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die ambulanten radiologischen Leistungen verbleiben am Standort Engeried. Dies ermöglicht eine Spezialisierung und eine effektivere Nutzung der Ressourcen. Patienten können weiterhin für radiologische Untersuchungen das Engeriedspital aufsuchen.
Die Fokussierung auf ambulante Leistungen ist ein Trend, der im gesamten Schweizer Gesundheitswesen zu beobachten ist. Immer mehr Behandlungen werden ambulant durchgeführt, wo dies medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich vorteilhaft ist. Dies entlastet die stationären Kapazitäten und reduziert die Kosten.
Hintergrund: Ambulant vor stationär
Das Prinzip «ambulant vor stationär» wird in der Schweizer Gesundheitspolitik stark gefördert. Es besagt, dass Behandlungen, die ambulant erbracht werden können, auch ambulant erfolgen sollen. Dies ist oft kostengünstiger und für Patienten komfortabler. Es gibt Bestrebungen, die Liste der ambulanten Eingriffe zu erweitern, möglicherweise um neun weitere bis Ende des Jahres.
Auswirkungen auf Mitarbeiter und Patienten
Die Verlagerung der Dienste bedeutet für die Mitarbeiter des Engeriedspitals eine Umstellung. Die Lindenhofgruppe wird voraussichtlich Massnahmen ergreifen, um die betroffenen Mitarbeiter in die neuen Strukturen an den Standorten Lindenhof und Sonnenhof zu integrieren. Dies könnte Umschulungen oder neue Arbeitsplatzangebote umfassen.
Für Patienten bedeutet die Verlagerung, dass sie für bestimmte stationäre Behandlungen zukünftig die Standorte Lindenhof oder Sonnenhof aufsuchen müssen. Die Gruppe betont, dass die Qualität der Versorgung weiterhin im Vordergrund steht. Die Konzentration der Leistungen an grösseren Standorten kann sogar zu einer weiteren Spezialisierung und Effizienzsteigerung führen.
«Wir sind bestrebt, unseren Mitarbeitenden weiterhin attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten und gleichzeitig unsere Dienstleistungen optimal auf die Bedürfnisse der Bevölkerung auszurichten», so ein Sprecher der Lindenhofgruppe.
Herausforderungen im Gesundheitswesen
Die Entscheidungen der Lindenhofgruppe spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider, denen sich Schweizer Spitäler gegenübersehen. Der anhaltende Fachkräftemangel, insbesondere bei Pflegepersonal, ist eine grosse Belastung. Spitäler müssen innovative Wege finden, um Personal zu rekrutieren und zu halten.
Zudem üben wirtschaftlicher Druck und strengere Regulierungen einen erheblichen Einfluss aus. Spitäler sind gezwungen, ihre Prozesse zu optimieren und effizienter zu arbeiten, um finanziell tragfähig zu bleiben. Die Verlagerung von Leistungen ist eine solche strategische Anpassung.
Die Diskussion um qualitätsabhängige Spitaltarife, wie sie der Nationalrat ermöglichen will, zeigt ebenfalls den politischen Willen, die Effizienz und Qualität im Gesundheitswesen zu steigern. Solche Tarifmodelle könnten Spitäler zusätzlich motivieren, ihre Leistungen zu optimieren.
- H+ strukturiert Geschäftsbereich Tarife neu.
- Physioswiss reagiert auf gescheiterte Tarifverhandlungen.
- Indexklauseln könnten Tarifpartnerschaften stabilisieren.
Blick in die Zukunft
Die Lindenhofgruppe positioniert sich mit diesen Massnahmen für eine zukunftsfähige Entwicklung. Durch die Stärkung der Arbeitgeberattraktivität und die effiziente Bündelung von Leistungen soll die Gruppe auch in einem dynamischen Umfeld wettbewerbsfähig bleiben. Die ambulante Versorgung wird weiter an Bedeutung gewinnen, während stationäre Angebote gezielt konzentriert werden.
Die kontinuierliche Anpassung an neue Gegebenheiten ist für alle Akteure im Gesundheitswesen unerlässlich. Die Lindenhofgruppe zeigt, wie man mit strategischen Entscheidungen auf demografische, wirtschaftliche und regulatorische Veränderungen reagieren kann.





