Die Sozialpartner der Schweizer Beherbergungs- und Gastronomiebranche haben am 18. November die Verhandlungen über den neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV) aufgenommen. Dieser Vertrag legt die Arbeitsbedingungen für rund 250.000 Angestellte in 34.000 Betrieben fest. Ziel ist es, moderne und praktikable Lösungen zu finden, die den aktuellen Herausforderungen der Branche gerecht werden.
Wichtige Punkte
- Verhandlungen über den L-GAV haben am 18. November begonnen.
- Der L-GAV deckt 250.000 Mitarbeitende und 34.000 Betriebe ab.
- Arbeitgeber wollen Attraktivität der Berufe steigern und Fachkräftemangel entgegenwirken.
- Die Gespräche werden voraussichtlich mindestens zwei Jahre dauern.
- Regionale Unterschiede und vielfältige Betriebsbedürfnisse sind wichtige Aspekte.
Einigung für die Zukunft der Branche
Die Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind von grosser Bedeutung für das gesamte Schweizer Gastgewerbe. Der L-GAV ist einer der grössten Gesamtarbeitsverträge in der Schweiz. Er schafft klare Regeln und Rahmenbedingungen für eine vielfältige Branche, die von kleinen Imbissständen bis zu grossen Luxushotels reicht.
Vertreter der Arbeitgeberverbände GastroSuisse, HotellerieSuisse und der Swiss Catering Association (SCA) sitzen am Verhandlungstisch. Auf der Arbeitnehmerseite nehmen der Berufsverband Hotel & Gastro Union, die Gewerkschaften Unia und Syna teil. Alle Parteien zeigen sich bereit, konstruktiv an den substanziellen Verhandlungen zu arbeiten.
Faktencheck L-GAV
- Umfang: Regelt Arbeitsbedingungen für ca. 250.000 Angestellte.
- Betriebe: Gilt für rund 34.000 Unternehmen.
- Bedeutung: Einer der umfassendsten GAVs der Schweiz.
Herausforderungen und Chancen
Die Arbeitgeber sehen in diesen Verhandlungen eine wichtige Chance. Sie wollen die Attraktivität der Berufe im Gastgewerbe erhöhen. Dies ist besonders wichtig, um dem anhaltenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Moderne und faire Arbeitsbedingungen sind entscheidend, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten.
Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse, betont die positive Grundstimmung. Er sieht es als gutes Zeichen, dass alle Sozialpartner bereit sind, diese wichtigen Gespräche zu führen.
«Es ist ein positives Signal für die gesamte Branche, dass alle Sozialpartner wieder bereit sind, die substanziellen Verhandlungen aufzunehmen.»
Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse
Hintergrund zum L-GAV
Der Landes-Gesamtarbeitsvertrag ist ein zentrales Instrument zur Regulierung des Arbeitsmarktes im Gastgewerbe. Er legt Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Ferienregelungen und weitere wichtige Aspekte der Anstellung fest. Ein gut funktionierender L-GAV trägt zur Stabilität und Fairness in der Branche bei.
Ziel: Zeitgemässe und praktikable Lösungen
Die Arbeitgeberverbände gehen die Gespräche mit einer lösungsorientierten Haltung an. Respekt für die Anliegen aller Vertragspartner steht dabei im Vordergrund. Beat Imhof, Präsident von GastroSuisse, erklärt das übergeordnete Ziel der Verhandlungen.
«Ziel der Verhandlungen ist es, moderne, praktikable und tragfähige Lösungen zu finden, die zeitgemässe Arbeitsbedingungen für Betriebe und Mitarbeitende ermöglichen.»
Beat Imhof, Präsident von GastroSuisse
Die Verhandlungen sind komplex und erfordern viel Zeit. Es wird erwartet, dass die Gespräche mindestens zwei Jahre dauern werden. Dies liegt an der Notwendigkeit, die unterschiedlichen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern abzugleichen. Gleichzeitig müssen die vielfältigen Bedürfnisse innerhalb des Gastgewerbes berücksichtigt werden. Hierzu zählen sowohl kleine Familienbetriebe als auch grosse Hotelketten.
Regionale Besonderheiten berücksichtigen
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die regionalen Unterschiede innerhalb der Schweiz. Die Arbeitsbedingungen und die Wirtschaftlichkeit können je nach Region stark variieren. Eine faire und ausgewogene Lösung muss diese Unterschiede einbeziehen. Dies ist entscheidend für die Akzeptanz und Wirksamkeit des neuen L-GAV.
Über die einzelnen Verhandlungspunkte gibt es derzeit keine öffentlichen Stellungnahmen. Dies ist üblich bei so wichtigen und umfangreichen Vertragsgesprächen. Die Parteien wollen in Ruhe zu Ergebnissen kommen.
Ausblick auf die kommenden Jahre
Die Verhandlungen werden die Zukunft des Schweizer Gastgewerbes massgeblich prägen. Ein erfolgreicher Abschluss kann die Branche stärken und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Betriebe zu finden. Die Augen der Branche sind auf die Entwicklung der kommenden Monate gerichtet.
Die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen ist ein Schlüssel zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Dies betrifft nicht nur die Löhne, sondern auch Aspekte wie Arbeitszeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten und soziale Leistungen. Ein modernisierter L-GAV soll hier einen wichtigen Beitrag leisten.





